15.10.2014 Vortrag: Christian Utz; Künstlerischer Beitrag: Johannes Kretz mit Min Kyong Kim, Yong Beom Lee, Wei-Ya Lin und Judit Varga

Die Ringvorlesung „Transkulturalität“ startet am 15.10.2014 mit dem Thema Musiktheorie und Komposition
Mittwoch, 15.10.2014 , 17:00-20.30 Uhr Fanny Hensel-Saal

Paradoxa, Sackgassen und die „geschichtliche Wirklichkeit“ interkultureller Rezeption. Hugo Riemanns Auseinandersetzung mit der ostasiatischen Musik Vortrag: Christian Utz / Diskutantin: Marie-Agnes Dittrich
Elemente der vor allem in den Folkloristischen Tonalitätsstudien (1916) zusammengefassten universalistischen späten Theorie Hugo Riemanns nahmen im Kontext der kontroversen Diskussion über eine „japanische Harmonik“ im Japan der 1930er und 40er Jahre überraschende, zum Teil stark nationalistisch gefärbte Wendungen. Anhand einer Darstellung von Riemanns Annäherung an chinesische und japanische Musik im breiteren Kontext der Musiktheorie und -wissenschaft um 1900 und einer Diskussion von Beispielen der japanischen Moderne zwischen 1900 und 1945 wird im Vortrag versucht, jene Komplexität interkultureller Rezeption auf musiktheoretischer und kompositionspraktischer Ebene sichtbar werden zu lassen, die für die japanische und chinesische Musik in der Folge zur „geschichtlichen Wirklichkeit“ wurde. Die vielfältigen Um-Deutungen, die die Grundlagen ostasiatischer Musik in diesem Prozess erfuhren, liefern nachhaltige Belege für „erfundene Traditionen“ (Eric Hobsbawm), für den konstruktivistischen Charakter kultureller (musikalischer) Identitäten.
Das Eigene und das Fremde im kompositorischen Prozess
Künstlerischer Beitrag: Johannes Kretz mit Min Kyong Kim, Yong Beom Lee, Wei-Ya Lin und Judit Varga

Die Beschäftigung mit der eigenen Kulturalität und mit der anderer in Geschichte und Gegenwart ist im Kontext kultureller und wirtschaftlicher Globalisierung ein wichtiger Bestandteil in der Entwicklung künstlerischer Identität und deshalb auch in der Ausbildung Komponierender. Dieser Prozess wird in mehreren Generationen vom Studierenden über Alumni bis zu Lehrenden am Institut für Komposition und Elektroakustik exemplarisch dargestellt und reflektiert.

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