ARTs-Based PHILOSOPHY: Don`t Mind the Gap!

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Ringvorlesung an der mdw im WS 2014/15

ARTs-Based PHILOSOPHY: Don`t Mind the Gap!

Konzeption und Organisation: Susanne Valerie Granzer (mdw), Arno Böhler (Universität Wien / Universität für angewandte Kunst Wien), Elisabeth Schäfer (Universität für angewandte Kunst Wien); Annegret Huber (mdw). Kooperation mit der Universität Wien (Institut für Philosophie) und dem PEEK-Projekt „Artist-Philosophers. Philosophy AS Arts-Based-Research“ (AR275-G21).*

Historischer Kontext

Spätestens seit den Anfängen der Europäischen Philosophie bei den Griechen ist das Verhältnis von Philosophie und den Künsten höchst prekär. Einerseits stoßen wir auf „Künstlerphilosophen“ wie Platon und Nietzsche, die in ihren philosophischen Untersuchungen selbst von künstlerischen Darstellungspraxen Gebrauch machten; andererseits entwickelte gerade Platon ein äußerst problematisches Verhältnis zu den Künsten, indem er eine Reihe von künstlerischen Praxen aus seinem idealen Philosophenstaat verbannte. Seither gibt es eine mächtige idealistische Tendenz in der Philosophie, in der die Philosophie immer mehr darauf Wert legt, Wissenschaft zu sein und Kunst dem philosophischen Denken unterzuordnen.

Vielleicht hat Nietzsche diese sokratische Tradition des Philosophierens mit der Konzeption des „Künstlerphilosophen“ am radikalsten in Frage gestellt. Verlangt diese neue Denkfigur doch einen neuen Typus von Philosophen – „Philosoph_innen der Zukunft“ – die bereit sind, die beiden Disziplinen „Philosophie“ und „Kunst“ miteinander zu kreuzen. Nicht, um ihre Differenz aufzuheben, sondern um in ein neues (post-sokratisches) Verhältnis von Philosophie und Kunst zu finden.

Wissenstransfer in der Ringvorlesung ARTs-Based PHILOSOPHY: Don`t Mind the Gap!

In diesem Fragen- und Forschungskomplex ist die Ringvorlesung „Arts-Based-Philosophy. Don’t Mind The Gap!“ an der mdw situiert, die in Kooperation mit dem philosophischen Institut Wien im Wintersemester 2014/15 stattfinden wird. In ihr wird es darum gehen, ein post-idealistisches Verhältnis von Wissenstransfer zwischen den Künsten und der Philosophie zu erproben, in dem beide nicht mehr in klassischer Manier als Gegner und Rivalen aneinandergeraten, sondern ein Denken gewagt wird, das sich von den Künsten selbst bewegen lässt, um mit ihnen denken zu lernen. Methodisch und konzeptuell soll dabei Philosophie als eine Form künstlerischer Forschungspraxis begriffen und vollzogen werden, die den Anspruch aufgibt, „reine“ Wissenschaft zu sein und sich dadurch den Qualitäten der Künste erneut fruchtbar öffnet. Dabei sollen Forschungsfragen nachgegangen werden wie: „Was passiert mit der Philosophie und den Künsten, wenn Philosoph_innen und Künstler_innen Philosophie als eine künstlerische Praxis lesen und auch aufführen lernen? Kann uns Nietzsches Konzept der ,Künstlerphilosoph_in‘ helfen, in ein neuartiges Verhältnis von Philosophie und Kunst zu kommen, in dem wir den Vollzug des Philosophierens selbst als eine Art künstlerische Forschung begreifen lernen?“

Theoretiker_innen und Künstler_innen – wie: Arno Böhler, Johannes Bilstein, Milli Bitterli, Laura Cull, Marie-Agnes Dittrich, Karlheinz Essl, Nikolaus Gansterer, Eva-Maria Gauss, Susanne Valerie Granzer, Esther Hutfless, Doris Ingrisch, Corinna Kirchhoff, Lilly Kroth, Alice Lagaay, Norbert Lang, Anna Mendelssohn, Wolfgang Michael, Sibylle Peters, Hubertus Petroll, Claudia Walkensteiner-Preschl, Graham und Helen Parkes, Hester Reeve, Elisabeth Schäfer, Andrea Sodomka, Rainer Totzke – sind zu 8 Ringvorlesungseinheiten eingeladen, die „Verfassung ihrer Gedanken“ so zu demonstrieren, dass etwas von der performativen Dimension des Denkens beim Denken selbst zu Tage tritt.

*Das FWF-Forschungsprojeks PEEK (AR 275-G21) „Artist-Philosophers. Philosophy as Arts-Based Research“ ist an der Universität für angewandte Kunst Wien (A) angesiedelt (Leitung: Arno Böhler). Forschungskooperationen: Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (MRS), University of Surrey (UK), Universität für angewandte Kunst Zürich (CH), Tanzquartier Wien (A). Durch diese Kooperationen soll das weltweit wachsende Forschungsnetzwerk an der Schnittstelle von Philosophie und Performance weiter konsolidiert und gestärkt werden.

Website: http://online.univie.ac.at/vlvz?lvnr=180148&semester=current

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2 Gedanken zu “ARTs-Based PHILOSOPHY: Don`t Mind the Gap!

  1. SAVE THE DATE:
    Wir freuen uns, dass die Ringvorlesung Arts-Based-Philosophy – Don’t Mind the Gap! am 10.10. 2014 17:00-18:30 beginnt! Spannende Lectures & Performances erwarten uns dieses Semester!
    Nochmal zur Erinnerung: Die RV findet im Festsaal der MDW, Seilerstätte 26 statt!

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